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Buddy Read zu „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“

Manche Abenteuer lassen sich nicht allein bestreiten, sondern nur zusammen mit jemand anderes. Das gilt nicht nur für zamonische Helden, sondern auch für Teilnehmer an #TheReadingQuest! Für das Sidequest „MULTIPLAYER Buddy Read A Book“ habe ich mich mit Rike von Anima Libri zusammengetan. Gemeinsam werden wir ab Samstag „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ lesen und vorher, währenddessen und nachher Fragen dazu beantworten.

Der Inhalt des Buches:

Eine traumhafte Liebesgeschichte und eine Reise durch das menschliche Gehirn als rasantes zamonisches Abenteuer

Prinzessin Dylia, die sich selbst „Prinzessin Insomnia“ nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen Nachtmahr. Havarius Opal, wie sich der ebenso beängstigende wie sympathische Gnom vorstellt, kündigt an, die Prinzessin in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereit hält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen. Walter Moers erzählt dieses Märchen aus der zamonischen Spätromantik voller skurriler Charaktere mit der ihm eigenen Komik: spannend und anrührend zugleich.

Und hier sind unsere Fragen, die wir nach und nach beantworten werden:

Vor dem Lesen

Was war dein erstes Buch von Walter Moers?

Elena: Mein erstes Buch von Walter Moers ist eine Frage, die ich gar nicht so leicht zu beantworten finde. Das ist nämlich schon knapp 15 Jahre her und damals habe ich noch keine Aufzeichnungen über gelesene Bücher geführt. Ich habe bei einem Besuch im Sommer 2004 oder 2005 viele Passagen aus „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“ gelesen. Passagen deshalb, weil ich wusste, dass ich in der Kürze der Zeit nicht das ganze Buch schaffen werde und das Buch sehr episodisch aufgebaut ist. Die Schwierigkeit besteht darin, sich zu erinnern, ob ich nun davor oder danach „Rumo und die Wunder im Dunklen“ gelesen habe. Ich bin mir allerdings relativ sicher, dass es davor war und ich deshalb so neugierig auf „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“ war.

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Die Moers-Fans werden es bereits erkannt haben: Mein erstes Moers Buch war „Ensel & Krete“ – die zamonische Version von Hänsel und Gretel. Allerdings habe ich das Buch damals nicht gelesen sondern gehört – mein Bruder stand als Kind total auf Hörbücher, ich habe sie gehasst (und mag sie immer noch nicht wirklich) und „Ensel & Krete“ gelesen von Dirk Bach war so ziemlich das Hörbuch, auf das wir uns einigen konnten und daher lief das während mehr als einer Urlaubsfahrt in Dauerschleife ?

Welches ist dein Lieblingsbuch?

Elena: Ganz klar „Rumo und die Wunder im Dunklen“! Das Buch erzählt die Geschichte Rumos, vom Welpen bis zum kampferprobten Wolpertinger, seine Reise führt durch ganz Zamonien und tief unter die Erde. Wo es schließlich dann passiert, es sei nur so viel verraten: „Es gibt Wunder, die müssen im Dunkeln geschehen“ (Professor Doktor Abdul Nachtigaller). Dieses Buch ist für mich das Meisterwerk schlechthin der phantastischen Erzählkunst, schon allein aufgrund der komplexen Geschichte und der Verwebung mit den anderen Zamonien-Romanen. Die Charaktere sind fast jeder ein absolutes Unikat. Und die Illustrationen nebst Typographie – allein dafür lohnt es sich auf jeden Fall schon die Hardcover-Ausgabe zu kaufen, damit es richtig wirken kann! Aber Achtung: Es ist wohl auch das grausamste und furchterregendsten der Zamonien-Romane und Moers ist generell nicht sehr zimperlich.

Rike: Definitiv „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ – besonders natürlich in der wunderhübschen farbigen Ausgabe ?

Jep, das Seemannsgarn des Blaubärs ist mein klarer Favorit. Wobei „Rumo und die Wunder im Dunkel“ ganz dicht dahinter folgt – wirklich ganz, ganz dicht. Und wenn ich Elenas Antwort zu dieser Frage so lese, rückt der Wolpertinger dem Buntbären tatsächlich immer näher.

„Ensel & Krete“ hat zwar einen Sonderstatus als geliebte Kindheitserinnerung, ist aber einfach weit weniger komplex und großartig.

Mit welchen Erwartungen gehst du an die Geschichte?

Elena: Ich freue mich auf ein zamonisches Märchen, mehr brauche ich eigentlich gar nicht wissen. Walter Moers hat mit Zamonien eine eindrucksvolle Fantasiewelt geschaffen, welche originell und individuell ist. Ich bin mir sicher, dass es auch dieses Mal viele aufregende Dinge zu entdecken geben wird. Es ist auf jedem Fall toll, dass zum ersten Mal eine Frau im Mittelpunkt steht (bevor Einwände kommen: Krete ist ein Mädchen), denn männliche Protagonisten sind bei Walter Moers doch etwas in der Überzahl. Konkrete Erwartungen habe ich keine, denn bei Walter Moers weiß ich erfrischenderweise nie, was als nächstes kommt.

Ich gebe aber Rike recht, dass die letzten Bände eher mau waren und hoffe, dass dieses Buch wieder Moers in Hochform zeigen wird.

Rike: Tatsächlich eher etwas durchwachsenen. Meine Erfahrungen mit (deutschen) Autoren, von denen ich mehr als drei Bücher gelesen habe, sind nicht unbedingt so großartig.

Ja, meine erster Ausflug nach Zamonien war damals ausgesprochen lustig, die halbe Weltreise an der Seite des Blaubärs habe ich geliebt und die Abenteuer des Wolpertingers sind auch beim dritten Lesen noch eben so unterhaltsam, wie ein Abstecher nach Buchaim. Aber mit Buchhaim ging es dann ja doch irgendwie bergab, die Geschichte des Krätzchens ist eher mau und auch der Touri-Trip durch den Großen Wald war – trotz aller Kindheitsliebe – bei weitem keine literarische Höchstleistung.

Allerdings habe ich mich aufgrund der Aufmachung bereits ein bisschen ins Buch verliebt – und natürlich, weil ich Märchen eh liebe und Frauen in Hauptrollen noch mehr ?

Während des Lesens

Erster Teil: Primus bis Septimus (11-105)

Wie ist dein erster Eindruck vom Nachtmahr und der Prinzessin?

Elena: Aus meiner Sicht hat Mythenmetz mal wieder voll zugeschlagen, indem er die Prinzessin Insomia sehr, sehr ausführlich geschildert hat. Die ersten Kapiteln handeln ja von nichts anderen. Meine Meinung zu Dylia ist indifferent. Denn einerseits hat sie nicht zuletzt aufgrund ihrer Schlaflosigkeit interessante Ideen und Macken. Anderseits wirkt sie doch ziemlich prinzessinnenhaft abgehoben und von sich selbst eingenommen, was aber vermutlich auch teilweise der Schlaflosigkeit geschuldet ist. Spannend finde ich ihren Hang zur Verdrängung, was da wohl noch alles ans Licht kommt? Allerdings hätte ich bei einen solchen Fan von Sprache mehr Genauigkeit im sprachlichen Ausdruck erwartet, aber dann wäre der Dialog mit dem Nachtmahr natürlich nicht so möglich gewesen.

Havarius Opal ist ein merkwürdiger Geselle, aus dem ich nicht so richtig schlau werde. Ist er manchen Sachen gegenüber wirklich blind oder tut er nur so ignorant? Jedenfalls leidet er nicht unter zu wenig Selbstbewusstsein. Insgesamt fand ich Opal etwas sympathischer als Dylia, aber über ihn wissen wir ja auch noch sehr wenig.

Rike: Hui, das war… ich bin mir noch nicht sicher, was das war. Zum einen war es ganz klar Moers, pardon, ich meine natürlich Mythenmetz. Das ist nach wenigen Zeilen schon offensichtlich.

Zum anderen enthalten die ersten sieben Kapitel eindeutig mehr Alliterationen als Handlung – so zumindest mein Eindruck. Sechs der sieben Kapitel befassen sich ausschließlich damit Dylia vorzustellen und einen Einblick in ihren Kopf zu gewähren. Denn da geht es schon recht faszinierend zu, die Schlaflosigkeit der Prinzessin führt zu allerlei interessanten Gedanken – und auch ihre Begeisterung für Sprache finde ich interessant. Gleichzeitig wirkte Dylia aber irgendwie auch sehr… sagen wir so, sie war mir nicht unbedingt sympathisch. Der Nachtmahr Havarius Opal war da schon etwas mehr meins, aber auch er ist relativ speziell – und ziemlich schwafelig.

Gibt es eine Zeichnung, ein Zitat oder eine Textstelle, welche dir besonders gefällt?

Elena: Mir gefiel vor allem dieses Gedicht gut:

Wenn die Minuten durch die Jahre rufen
Erhebt sich der ewige Träumer
Über seine irdische Last
Und reist mitten hinein
Ins dunkle Herz der Nacht

Rike: Meine liebste Stelle war die, in der es um die Gedankenspinne ging, die ein Netz spin – die fand ich einfach schön ?

„Dabei stellte sie sich vor, dass das personifizierte Wissen in ihrem Kopf hauste, und zwar in Gestallt einer winzigen jadegrünen Spinne […] Ihr Gehirn war ihre ganz private Schatzkammer […] Und ihre Spinne war die Hüterin all dieser Schätze.

Zweiter Teil: Octavus bis Tertius Decimus (106-200)

Wie wird sich die Handlung deiner Meinung nach weiter entwickeln?

Elena: In einer bestimmten Szene wurde sehr deutlich, dass Opal irgendetwas verheimlicht. Da kommt bestimmt noch eine große Auflösung ganz zum Schluss. Ansonsten sind wir bisher noch nicht am Zielort unser Reise angekommen und ich denke daher, dass das Finale der Geschichte dort stattfinden wird. Und da wird sich auch zeigen, ob es für Prinzessin Dylia und Havarius Opal nicht einen Weg zur friedlichen Koexistenz gibt. Andernfalls muss sie ihn wohl oder übel irgendwie loswerden.

Rike: Ich schließe mich Elena an: Die eine Szene schreit ja geradezu nach einer großen Auflösung, aber ich glaube nicht, dass die kommen wird, bevor die beiden ungleichen Reisegefährten ihr Ziel erreicht haben – und bis dahin wird es sicherlich noch einige abstruse Abenteuer in Dylias Gehirn zu erleben geben.

Gibt es eine Zeichnung, ein Zitat oder eine Textstelle, welche dir besonders gefällt?

Elena: Ich fand so viele Textstellen toll, dass ich mich gar nicht richtig entscheiden kann! Um genau zu sein waren es allerdings eher Szenen. Wie eine Idee entsteht war ganz zauberhaft. Oder die Erinnerungshöhle in all ihrer Pracht. Aber am besten gefiel mir wohl die Szene im Thalamus. Das war ja ein bürokratischer Alptraum. Und dort insbesondere, wie Opal es beinahe gelingt, die Egozette auf Abwege zu führen – aber eben nur fast. Kurz vorher ergibt sich folgender Dialog:

„Hat ihre Mandatin einen Migrationshintergrund? Entstammt sie einem anderen Gehirn oder ist sie eine fixe Idee, eventuell dem Unterbewusstsein entsprungen? Oder mit irgendeinem Netzwerk von fixen Ideen verwandt oder verschwägert?“
[…] „Äh, nichts“, wiegelte Havarius ab. „Nein – kein Migrationshintergrund!“, fügte er kleinlaut hinzu. „Keine fixe Ideen irgendwelcher Art, kein Netzwerk. Ich bin selber nur auf der Durchreise. In, äh, Traumaktivitäten.“

Rike: Ach, die ganze Reise quer durch Dylias Gehirn ist faszinierend – von Ideen und Erinnerungen und all den Sachen, da stecken schon einige wundervolle Details drin. Der bürokratische Alptraum im Thalamus war in der Tat ausgesprochen amüsant. Mich konnte allerdings der Friedhof des bunten Humors noch eine Spur mehr begeistern – die Art den Humor hat mir gefallen ?

Dritter Teil: Quartus Decimus bis Octavus Decimus (201-Ende)

War das Ende zufriedenstellend bzw. passend?

Elena: Ja, das war es. Ich hätte mir zwar ein anderes Ende gewünscht, aber plausibel wäre das nicht gewesen. So bin ich zwar etwas traurig, aber nicht unglücklich mit dem Ausgang der Geschichte.

Rike: Im ersten Augenblick überwog bei mir ja doch die Traurigkeit, aber es hätte eigentlich kein passenderes Ende geben können und daher…

Gibt es eine Zeichnung, ein Zitat oder eine Textstelle, welche dir besonders gefällt?

Elena: Mir hat die Rettung in letzter Sekunde in der Sulcus centralis sehr gut gefallen.

Rike: …ist das Ende auch tatsächlich die Textstelle, die mir im dritten Teil besonders gut gefallen hat.

Nach dem Lesen

Was hat dir besonders gut gefallen?

Elena: Mir hat die Mitte des Buches besonders gut gefallen, angefangen vom Beginn der Reise bis kurz vor der Amygdala. Es gab immer wieder was Neues zu entdecken und ich hätte mir das niemals so ausmalen können. Wirklich eine tolle Reise durch das Gehirn, wo ich sogar noch etwas über die Funktionen bestimmter Teile gelernt habe.

Rike: Die Reise durch Dylias Gehirn! Die war einfach so fantasievoll und gleichzeitig auch überraschend informativ. Und vor allem so völlig anders als alles, was ich erwartet hätte.

Womit hattest du deine Schwierigkeiten?

Elena: Zum einen fand ich den Anfang viel zu langgezogen. Später erschloss sich zwar, wieso so viel Zeit auf bestimmte Dinge verwendet worden war, aber ich dachte nur: „Wann geht es endlich richtig los??“ Zum anderen bleiben manche Details ungelöst. Woher kannte Opal zum Beispiel die ganzen Pfauenwörter oder war das alles reiner Zufall? Und seine Andeutungen bei Todesgefahr, alles nur gespielt?

Rike: Mit dem Anfang! Den fand ich schon sehr zäh und auch wenn einige der ausschweifenden Beschreibungen nach und nach einen Sinn bekommen haben, war es meiner Meinung nach dennoch kein besonders großartiger Einstieg in den Roman.

Dass allerdings einige Fragen offen bleiben, finde ich, nachdem ich jetzt drüber geschlafen habe, gar nicht schlimm, es passt irgendwie zum Buch – direkt nachdem ich die letzten Seiten gelesen hatte, hat es mich aber schon etwas irritiert.

Wie würdest du das Buch im Vergleich zu den anderen Zamonien-Romanen einordnen?

Elena: An dieser Stelle muss ich einräumen, dass ich „Das Labyrinth der träumenden Bücher“ bis heute ungelesen hier stehen habe, weil die Kritiken dafür so schlecht waren. Das kann ich daher nicht in der Rangliste berücksichtigen. Meiner Meinung nach hatte „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ definitiv mehr Pep als „Der Schrecksenmeister„. Und es war auch etwas komplexer und fantasievoller als „Ensel und Krete„. Aber „Die Stadt der träumenden Bücher„, „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ und natürlich „Rumo & Die Wunder im Dunklen“ haben mir besser gefallen. Ich würde sagen, Moers ist wieder auf dem richtigen Weg, auch wenn er weiter zu Abschweifungen neigt.

Rike: ? Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär
❤ Rumo und die Wunder im Dunklen
? Die Stadt der träumenden Bücher
? Ensel & Krete
? Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
? Der Schrecksenmeister
? Das Labyrinth der träumenden Bücher

Allerdings muss ich dazu sagen, dass „Ensel und Krete“ nur deshalb über Prinzessin Insomnia steht, weil es einfach ein persönlicher Favorit ist. Sonst würde ich mich Elenas Rangfolge nämlich anschließen.

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