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„Die Stadt der Träumenden Bücher (Comic) – Band 1: Buchhaim“ von Walter Moers und Florian Biege

Nach jahrenlangen Stillstand ist dies ein Walter-Moers-Jahr: Im August erschien der bereits von mir rezensierte neue Zamonien-Roman „Prinzessin Insomnia und der altraumfarbene Nachtmahr„, nun wurde die erste Graphic Novel zu „Die Stadt der Träumenden Bücher“ veröffentlicht. Konnte mich die die Neuauflage als Comic überzeugen?

Mehr Informationen zum Buch
Autor: Walter Moers
Illustrator: Florian Biege
Originaltitel: „Die Stadt der Träumenden Bücher (Comic) – Band 1: Buchhaim“
Seitenzahl: 112 Seiten
Verlag: Albrecht Knaus Verlag
Veröffentlichungsdatum: 6. November 2017

Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er ihm ein geheimnisvolles Manuskript. Dieses ist so makelos, dass Hildegunst nicht anders kann, als dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der „Stadt der Träumenden Bücher“, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können.

Band 1, „Buchhaim“, erzählt, wie Hildegunst nach Buchhaim kommt, wie es ihn dort in die Katakomben verschlägt, wo Bücherjäger sein Leben bedrohen und wie er in der Ledernen Grotte die geheimnisvollen Buchlinge trifft.

Das Buch wurde mir als Rezensionexemplar zur Verfügung gestellt.

Inhalt

Der angehende Schriftsteller Hildegunst von Mythenmetz bekommt von seinem Dichtpaten ein geheimnisvolles Manuskript hinterlassen. Dieses ist so perfekt, dass Hildegunst die Lindwurmfeste verlässt und sich auf dem Weg nach Buchhaim macht. In der „Stadt der Träumenden Bücher“ sind Bücher nicht nur spannend oder komisch, sondern können auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten.

In Buchhaim angekommen, stöbert Hildegunst durch die Antiquariate. Auch hat er das ein oder andere merkwürdige Erlebnis, während er Bekanntschaften macht. Schließlich verschlägt es Hildegunst in die gefährlichen Katakomben unter Buchhaim, wo Bücherjäger sein Leben bedrohen und wo er schließlich die mysteriösen Buchlinge trifft.

Meinung

Hinter mir liegt eine zehn Jahre dauernde Durststrecke in Sachen Zamonien, denn „Das Labyrinth der Träumenden Bücher ist aufgrund schlechter Kritiken bis heute ungelesen und „Der Schrecksenmeister“ erschien 2007! Dementsprechend habe ich mich sehr über „Prinzessin Insomnia und der altraumfarbene Nachtmahr“ gefreut und dabei auch wohlwollend die Ankündigung der Graphic Novels zu „Die Stadt der Träumenden Bücher“ zur Kenntnis genommen und als Rezensionsexemplar angefordert.

Nun solltet Ihr als Leser dieser Rezension vielleicht noch wissen, dass ich nur eine einzige Comic-Serie über längere Zeit verschlungen habe, nämlich „Clever & Smart„. Das erklärt dann vielleicht auch, warum ich zwar die Illustrationen sehr detailreich und mit Fantasie gezeichnet finde, die Geschichte in ihrem Kern sehr gut wiedergegeben – aber die Graphic Novel gab mir einfach nichts. Ich habe mit milden Interessen die Zeichnungen betrachtet und mich an einige besonders gute Stellen im Buch erinnert. Der einzige echte Mehrwert der Graphic Novel bestand für mich darin, dass ich all die Figuren und Szenerien nun in Farbe vor mir sehen konnte.

Kurz noch zu den Extras: Der erste Teil endet in der Ledernen Grotte, welche durch eine Panorama-Klapptafel sehr eindrucksvoll optisch dargestellt wird. Außerdem gibt es noch ein Glossar, welches aus meiner Sicht insbesondere für Kenner des Romans interessant ist, da hier viele Details in Form von Lexikontexten aufgegriffen werden.

Insgesamt bin ich froh, dass ich „Die Stadt der Träumenden Bücher – Band 1: Buchhaim“ nicht gekauft habe, da es für mich eigentlich nur einen nostalgischen Wert hat. Aber vielleicht bin ich auch einfach die falsche Zielgruppe? Denn ich könnte mir vorstellen, dass die Graphic Novels die Geschichte denen zugänglich macht, welche keine schweren Wälzer, wie es eben die Zamonien-Romane sind, lesen wollen. Und dann gibt es ja auch genug Leser, die Comics genauso gern wie Romane lesen.

Empfehlung?

Wie oben angeklungen, glaube ich, dass diese Graphic Novel für diejenigen interessant ist, die gerne Comics lesen. Vielleicht eignet sie sich auch als Türöffner für alle, die bisher vor den Umfang der Zamonien-Romane zurückgeschreckt sind. Auch aus Nostalgiegründen kann die Lektüre sehr interessant sein. Wer aber sonst nichts mit Comics am Hut hat, verpasst vermutlich nichts, wenn er oder sie lieber zum Original greift.

In einem Satz

Eine gelungene Bebilderung der Abenteuer von Hildegunst von Mythenmetz in Buchhaim und in den Katakomben.

5 Kommentare

  1. Ich persönlich bin ja, wenn die Story stimmt, ein großer Fan von Graphic Novels, für mich könnte das Buch also durchaus etwas sein. Vielleicht werde ich es mir demnächst mal zulegen.

      • Meinst du mit Buch jetzt den Graphic Novel oder den richtigen Roman? Ersteren habe ich heute voller Begeisterung verschlungen, die Zamonien-Romane habe ich bisher noch nicht gelesen. Ich habe „Die Stadt der träumenden Bücher“ auch immer für einen ersten Teil gehalten und erst jetzt, als ich mich näher damit beschäftigt habe, festgestellt, dass es davor noch andere Zamonien-Romane gibt. Eigentlich müsste ich also mit dem Blaubär anfangen, wenn ich das richtig sehe, Umfang und Preis (des Hardcovers) schrecken mich aber schon ein wenig ab.

        • Elena sagt

          Ich meinte den „richtigen“ Roman 🙂 Die Zamonien-Romane können in beliebiger Reihenfolge gelesen werden, mit Ausnahme von „Das Labyrinth der träumenden Bücher“, welches eine Fortsetzung von „Die Stadt der träumenden Bücher“ ist. Der Blaubär hat mir gut gefallen, aber ich würde dir „Rumo & Die Wunder im Dunklen“ besonders empfehlen. Und der Preis ist für mich durch die wundervollen Zeichnungen durchaus zu rechtfertigen.

  2. Ah, verstehe. Der Preis wird sicher gerechtfertigt sein, das will ich gar nicht in Abrede stellen. Trotzdem ist es teuer und wenn ich mir unsicher bin, ob mir etwas gefällt, bin ich da doch eher zurückhaltend. ^^‘

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