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Lies dich nach Hogwarts – Brief an Mariko aus „Flame in the Mist“ von Renée Ahdieh

Die Extra-Aufgabe für die Challenge „Lies dich nach Hogwarts“ lautet diesen Monat: „Schreibe einen Brief an einen fiktiven Charakter aus einem der Bücher, die du bisher für die Challenge gelesen hast und poste ihn auf deinem Blog.“ Ich habe mich dazu entschieden, Mariko aus „Flame in the Mist“ von Renée Ahdieh zu schreiben. Eigentlich hätte der Brief noch viel länger ausfallen können, aber ich will ja niemanden spoilern und habe deshalb bestimmte Aspekte nicht erwähnt.

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Autorin: Renée Ahdieh
Originaltitel: „Flame in the Mist“
Seitenzahl: 416 Seiten
Verlag: G.P. Putnam’s Sons Books for Young Readers
Veröffentlichungsdatum: 16. Mai 2017

The only daughter of a prominent samurai, Mariko has always known she’d been raised for one purpose and one purpose only: to marry. Never mind her cunning, which rivals that of her twin brother, Kenshin, or her skills as an accomplished alchemist. Since Mariko was not born a boy, her fate was sealed the moment she drew her first breath.

So, at just seventeen years old, Mariko is sent to the imperial palace to meet her betrothed, a man she did not choose, for the very first time. But the journey is cut short when Mariko’s convoy is viciously attacked by the Black Clan, a dangerous group of bandits who’ve been hired to kill Mariko before she reaches the palace.

The lone survivor, Mariko narrowly escapes to the woods, where she plots her revenge. Dressed as a peasant boy, she sets out to infiltrate the Black Clan and hunt down those responsible for the target on her back. Once she’s within their ranks, though, Mariko finds for the first time she’s appreciated for her intellect and abilities. She even finds herself falling in love—a love that will force her to question everything she’s ever known about her family, her purpose, and her deepest desires.

 

Liebe Mariko,

ich wollte dich wirklich mögen. Die Beschreibung deiner Geschichte ließ es so klingen, als wärst du total gerissen und talentiert. Ein wirklich cleveres Mädchen und eine starke Heldin. Aber fast direkt von Anfang an kamen mir Zweifel, weil deine Entscheidungen nur mäßig plausibel waren.

Überhaupt Plausibilität: Die Handlung des ersten Bands spielt anscheinend innerhalb weniger Wochen, dennoch ist genug Zeit, dass Wunden weitestgehend ausheilen und du mal so eben das Vertrauen sämtlicher Clansmitglieder gewinnst.

Dass der Clan berüchtigt und gefürchtet ist, finde ich wenig nachvollziehbar. So wie du es erzählst, besteht er aus nicht mal einer Handvoll Menschen, davon die allermeisten halbwüchsige Jungen. Und die sind stark genug, Angst und Schrecken im Reich zu verbreiten?

Wo wir schon beim Reich sind: Du warst noch nicht lange weg von Zuhause, als du überfallen wurdest. Wenn der Ort, wo du überfallen wurdest, zum Territorium des Black Clan gehört, dann ist er vermutlich nicht allzu weit weg vom Lager. Vom Lager wiederum ist die Hauptstadt Inako anscheinend innerhalb eines Tages zu erreichen. Daraus ziehe ich den Schluss, dass das ein ziemlich winziges Reich ist.

Und ein schwaches Reich dazu, wenn der Kaiser offenbar weder das Umland noch seinen eigenen Haushalt im Griff hat. Das passt allerdings nicht wirklich dazu, wie er damals seine Freunde gegeneinander ausgespielt haben soll. Aber lassen wir das und kommen zurück zu dir.

Du denkst, du bist sehr gerissen, gibst aber ständig impulsive Antworten und handelst unüberlegt. Angeblich bist du wissbegierig und wusstest doch nicht, was auf dem Land deines Vaters vor sich geht. Und obwohl du laut deiner Meinung und der vieler anderer total intelligent bist, ziehst du ständig die falschen Schlüsse.

Natürlich ist es nicht dumm, sich als Junge zu verkleiden. Aber es ist einfach total unglaubwürdig, dass das wochenlang niemanden auffällt. Du musst doch schließlich auch mal Wasser lassen, oder? Und deine Tage bleiben praktischer während der Geschichte aus. Jedenfalls merkt lange niemand, dass du ein Mädchen bist – was die anderen in keinen guten Licht dastehen lässt.

Generell fand ich die anderen sehr enttäuschend, denn während du nur mäßig clever warst, grenzten die teilweise schon an Einfältigkeit – dadurch wirkst du dann natürlich relativ schlau, obwohl du es nicht bist. Nervig fand ich auch die Einschübe aus anderen Perspektiven, damit wir Leser auch ja nicht die Zaunpfähle übersehen.

Daher muss ich dir hiermit mitteilen, dass sich unsere Wege nun trennen werden. Vermutlich finden dich noch ganz viele Menschen toll und können es kaum erwarten, mehr von deinen Abenteuern zu erfahren – aber ich zähle nicht dazu.

Beste Grüße
Elena

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