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„Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ von Walter Moers

Nach sechs langen Jahren des Wartens erschien mit „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ endlich ein neuer Zamonien-Roman. Wie gewohnt aus der Feder von Walter Moers, erstmals illustriert von Lydia Rode. In dieser Geschichte gehen Prinzessin Insomnia und der altraumfarbene Nachtmahr auf eine Reise durch das Gehirn und erleben dabei allerhand Abenteuer. Ob das Buch für mich an die vorherigen Romane anschließen kann, erfahrt Ihr in der Rezension!

Mehr Informationen zum Buch
Autor: Walter Moers
Originaltitel: „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“
Reihe: Zamonien #7
Illustratorin: Lydia Rode
Seitenzahl: 344 Seiten
Verlag: Albrecht Knaus Verlag
Veröffentlichungsdatum: 28. August 2017

Eine abenteuerliche Liebesgeschichte und eine Reise durch das träumende Gehirn

Dylia Insomnia ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen Nachtmahr, der sich als Havarius Opal vorstellt. Er kündigt an, die Prinzessin in den Wahnsinn treiben zu wollen, bietet ihr jedoch vorher noch die Gelegenheit zu einer abenteuerlichen Reise: nach Amygdala, der berüchtigsten Stadt der Angst, in der das dunkle Herz der Nacht regiert. Dylia willigt ein, weil es nicht nur um ihren Verstand, sondern auch um ihr Leben geht.

Das Buch wurde mir als Rezensionexemplar zur Verfügung gestellt.

Inhalt

Prinzessin Dylia leidet unter einer Krankheit, die sie zur schlaflosten Person in ganz Zamonien macht. Eines Nachts erscheint der alptraumfarbene Nachtmahr namens Havarius Opal und kündigt an, sie in den Wahnsinn treiben zu wollen. Doch vorher bietet Opal der Prinzessin die Möglichkeit, eine einzigartige Reise durch ihr Gehirn anzutreten, um zum dunklen Herz der Nacht zu gelangen. Diese Chance lässt Dylia sich nicht entgehen und so beginnt das Abenteuer ihres Leben.

Auf ihrer Reise durch das Gehirn lernt Dylia faszinierende Details über die Funktionsweise ihres Gehirn. Sie erlebt wundervolle Dinge wie die Entstehung von Ideen, muss sich mit Bürokraten herumschlagen und sich vor den Zergessern in Acht nehmen. Doch was erwartet die Prinzessin im dunklen Herzen der Nacht? Und kann Dylia sowohl ihren Verstand als auch ihr Leben retten oder wird Opal sie in den Wahnsinn treiben?

Sie sind berühmt-berüchtigt: Die mythenmetzchen Abschweifungen. Erfreulicherweise verzichtet Mythenmetz auf diese. Dennoch ist der Einstieg in die Geschichte kein leichter, denn der lange Anfang des Buches handelt davon, womit sich die schlaflose Prinzessin ihre Zeit vertreibt. Fraglos hat Dylia ausgefallene Hobbys wie ihre Regenbogenerfindungen oder die Pfauenwörter. Und natürlich spielen diese Details später noch einmal eine Rolle. Dennoch war ich sehr erleichtert, als endlich Havarius Opal seinen Auftritt hatte und dann die Reise durch das Gehirn begann. Und ab da wurde die Geschichte richtig gut!

Eine tolle Szene reiht sich an die andere und ich war jedes Mal auf das Neue begeistert, wie viel Fantasie Mythenmetz bewies. Mein Lieblingsabschnitt war der Thalamus, aber ich könnte noch auf so viele andere tolle Schauplätze eingehen. Ich bin jedenfalls nur so durch die Seiten geflimmt. Tja, und dann ging es nach AmygdalaDas war zwar längst nicht so zäh wie der Anfang und ich habe zügig weitergelesen, aber so richtig begeistert war ich nicht mehr. Das Ende ist auf jedem Fall zufriedenstellend, aber es bleiben doch einige Kleinigkeiten offen, auf die ich gern noch eine Antwort bekommen hätte.

Auch die beiden Protagonisten haben neben Stärken so ihre Schwächen. Denn sie sind beide ziemlich von sich selbst eingenommen. Als Prinzessin und Nachtmahr durchaus verständlich, dennoch nicht immer sympathisch. Dadurch gibt es aber auch sehr tolle Dialoge zwischen ihnen – definitiv eins der besten Sachen am Buch – und ich mochte sie durchaus. Zwischen den beiden gibt es eine tolle Chemie und durchaus Gefühle, als Liebesgeschichte würde ich das Buch allerdings eher weniger anpreisen.

Insgesamt hat Mythenmetz damit einen Roman abgeliefert, der zwar nicht an seine Meisterwerke „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“,  „Rumo und die Wunder im Dunklen“ oder „Die Stadt der träumenden Bücher“ heranreicht, aber für mich doch klar „Ensel und Krete“ und „Der Schrecksenmeister“ überholt. Das „Labyrinth der träumenden Bücher“ werde ich erst lesen, wenn irgendwann einmal „Das Schloss der träumenden Bücher“ erscheint. Aber dank „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ freue ich mich jetzt total auf „Die Insel der 1000 Leuchttürme“!

Noch kurz zu den Illustrationen: Aus meiner Sicht sind diese gut gelungen und passen zu einem Zamonien-Roman. Toll ist zudem definitiv, dass sie in Farbe waren. Ich finde es schön, dass Walter Moers dieses Projekt mit Lydia Rode gemacht hat (die Gründe etc. werden in der Nachbemerkung erklärt). Dennoch hätte ich nichts dagegen, wenn er in Zukunft wieder selbst illustriert.

Empfehlung?

Für alle Fans von Walter Moers, die eine fantastische Reise durch das menschliche Gehirn erleben wollen. Zwar ist „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ nicht der beste Zamonien-Roman, doch weiß das Buch zu unterhalten – wenn erst einmal der langatmige Anfang durchgestanden ist. Beim Buchhändler ihres Vertrauen bekommen Fans übrigens „Der Nachtmahr. Magazin für schlaflose Nächte“ zum Release!

In einem Satz

Eine schlaflose Prinzessin und ein zynischer Nachtmahr begeben sich auf eine abenteuerliche Reise durch das Gehirn, die vor Fantasie nur so sprüht!

6 Kommentare

  1. Ich habe das Buch vorbestellt und warte immer noch auf die Zustellung. Insofern bin ich ein bisschen neidisch, dass du das Buch schon lesen konntest 😉 Bin schon gespannt, wie es mir gefällt!

    • Elena sagt

      Herzlich willkommen im Blog 🙂 Ich hatte Riesenglück, dass mir das Buch kurz vor Veröffentlichung vom Bloggerportal zugeschickt wurde. Ich drücke dir die Daumen, dass es dir gefällt! Sicherlich nicht Moers bestes Werk, aber ich fand es solide.

  2. Pingback: Anima Libri | » Rezension zu Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr von Walter Moers

  3. Dirk Moebius sagt

    Ja, der Anfang zog sich. Leider. Wortgeklingel, Synonymolympiaden, Kaskaden von Adjektiven. Inzwischen allerdings habe ich mehr und mehr den Eindruck, daß das Absicht ist. Wenn man sich dann nämlich, wie ja auch die Buchlinge in der „Stadt der träumenden Bücher“ erwähnen, erst mal durch die hundert Seiten Lanzenpflege durchgekämpft hat, kommt eine schöne Geschichte. Keine geniale wie „Rumo“, aber doch eine schöne.

    • Elena sagt

      Hallo Dirk,

      das hast du wirklich schön beschrieben! Ich hoffe, dass wir bei „Die Insel der 1000 Leuchttürme“ kein endlos langes Vorgeplänkel bekommen. Aber auf jedem Fall toll, dass dir die Geschichte gefallen konnte.

      Viele Grüße
      Elena

  4. Pingback: {Rezension} Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr von Walter Moers | Bella's Wonderworld

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