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„Song of the Current“ von Sarah Tolcser

Auf der Suche nach einer wagemutigen Heldin, die mit einem Schiff umgehen kann und auch auf der Flucht vor Piraten die Nerven behält? Dann bist du bei „Song of the Current“, den Debüt von Sarah Tolscer genau richtig! Ihr Buch glänzt nicht nur mit einer wunderbar selbstbewussten Protagonistin, sondern auch einer wunderbar eindrucksvollen Welt.


Mehr Informationen zum Buch

Autorin: Sarah Tolcser
Originaltitel: „Song of the Current“
Reihe: „Song of the Current“ #1
Seitenzahl: 373 Seiten
Verlag: Bloomsbury
Veröffentlichungsdatum: 6. Juni 2017

The day your fate comes for you, you’ll know …

Caroline Oresteia is destined for the river. She longs to take her place among the river captains – all she needs is for the good beneath the water to whisper her name and seal her fate. But at seventeen, she has waited so long …

When her father ist arrested, Caro agrees to transport a mysterious cargo in exchange for his freedom. Secretly, she hopes that by making this dangerous journey the river good will finally speak her name. But the cargo is more than Caro exptected, ans soon she finds herself caught in a storm of danger, lies … and love.

Now Caro must choose between a future she knows, and one she could never imagined. 

Inhalt

Caroline Oresteia ist für den Fluss bestimmt. Schon Generationen ihrer Familie sind vom Flussgott berufen worden und Caro sehnt sich danach, ihren Platz unter den Flussschiffern einzunehmen. Sie wartet darauf, dass der Flussgott ihren Namen ruft und damit ihr Schicksal besiegelt. Aber obwohl die 17-Jährige schon lange dafür bereit ist, hat der Flussgott bisher noch nicht nach ihr gerufen – und wird es vielleicht niemals tun.

Doch dann wird Caros Vater festgenommen, weil er eine mysteriöse Fracht nicht transportieren will. Damit er freigelassen wird, übernimmt Caro den Transport. Schon bald ist Caro in einem Netz aus Lügen und Politik verwickelt, zudem ist ihr Leben in Gefahr. Denn gefährliche Piraten sind ihrer Fracht auf der Spur.

Meinung

Ich bin in vielerlei Hinsicht von diesem Buch total begeistert! Fangen wir mit dem Aufbau der Welt an. Es gibt eine Karte am Anfang des Buches, aber Sarah Tolscer beschreibt die Reisen so detailliert und nachvollziehbar, dass ich auch ohne Karte die Lage der Orte und die Unterschiede in der Landschaft jederzeit vor Augen hatte. Dazu die vielen seemännischen Feinheiten, so fühlte ich mich als Leserin, als wäre ich wirklich unterwegs. Vielleicht sind den ein oder anderen zu viel, aber für mich verliehen sie Caro und der ganzen Geschichte Authentizität.

Überhaupt hat Tolscer eine starke Protagonistin geschaffen, die mich auf allen Ebenen überzeugen konnte. Caro ist eine starke, selbstbewusste Frau, die ihre Fähigkeiten kennt. Sie liebt das Boot und die Flusslande, sie ist loyal und sie ist starrköpfig. Wie ihre Vorfahren ist sie wagemutig. Und sie lässt nichts auf sich, ihre Familie und ihr Boot kommen. Apropos Familie: Ich finde es wunderbar, wie Caros Verhältnis zu ihren Pa, aber auch zu ihrer Familie mütterlicherseits beschrieben wird. Ihre Eltern existieren nicht nur einfach, sondern spielen in der Geschichte wichtige Rollen.

Ohne männlichen Love Interest kommt ja fast kein Young Adult aus, aber auch hier hat Tolscer einen tollen Charakter geschaffen, besonders im Zusammenspiel mit Caro. Er ist zunächst arrogant, doch Caro lässt ihm das nicht durchgehen. Er ist attraktiv, doch Caro verliert sich deswegen nicht in Schwärmereien. Und mit der Zeit beweist er, dass sein Herz am rechten Platz ist. Etwas, was nicht nur Caro sehr für ihn einnimmt. Doch die eigentliche Heldin der Geschichte bleibt dabei immer Caro.

Zusammen bilden sie und er ein tolles Team, dass nicht in Wortgefechten, sondern auch mit Pistole und Schwert überzeugen kann. Etwas, was auch bitter nötig ist, schließlich befinden sie sich auf der Flucht vor Piraten, welche sich gar nicht mal so dämlich anstellen. Und da der Flussgott nicht zu Caro spricht, muss vor allem sie sich öfters was einfallen lassen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Sache mit den Göttern und der Magie die meiste Zeit gar nicht so im Fokus steht, aber dennoch sehr plausibel eingebaut ist.

Überhaupt finde es fantastisch, wie viele großen Themen beiläufig und doch genau richtig gehandhabt werden, grad bei der Sexualität. Einziges Manko ist, dass es weder wirklich überraschende Entwicklungen im Plot gab noch das Gefühl, dass einer der Charaktere wirklich in tödlicher Gefahr war. Es ist schließlich eine Serie. Wobei ich auch hier sehr positiv erwähnen muss, dass es einen ordentlichen Abschluss gibt statt ein abruptes Ende, wo alle Fragen offen gelassen sind. Stattdessen lässt sich dieses Buch auch wunderbar als Stand Alone lesen, welches keine Längen hat!

Empfehlung?

Selten kann ich ein Buch so sehr empfehlen wie „Song of the Current“! Es hat eine starke Protagonistin, die keinen Retter braucht, aber dafür Familie und Freunde hat. Die abwechslungsreiche Abenteuer auf dem Land und zu Wasser erlebt, wo in der Tiefe das ein oder andere Monster lauert. Einen Plot, der atemloses Verstecke und rasante Fluchten vor Piraten einschließt, aber auch den ein oder anderen Schusswechsel. Dazu eine plastische Welt mit einzigartigen Göttern und interessanter Magie, die sich harmonisch in die Geschichte einfügen. Und zu guter Letzt eine ganz und gar nicht konventionelle Liebesgeschichte, die aber jugendfrei bleibt.

In einem Satz

Eine unerschrockene Heldin, tolle Freunde und Familie, spannenden Love Interest, eigenwillige Götter, bedrohliche Meerungeheuer und gefährliche Piraten, dazu eine eindrucksvolle Welt – all das bietet „Song of the Current“!

Du magst Piratenabenteuer mit weiblichen Protagonisten? Dann lies doch mal meine Rezension zu „Daughter of the Pirate King“ von Tricia Levenseller. Andere Rezensionen aus dem Bereich Fantasy gibt es natürlich auch.

4 Kommentare

  1. Das klingt – trotz Liebesgeschichte 😉 – überraschend nett. Ich mag Flussgeschichte komischerweise lieber als Meergeschichten, habe ich in letzter Zeit festgestellt. Vielleicht weil eine Geschichte auf dem Fluss isoliert stattfinden kann, aber trotzdem in der Regel das Ufer nie fern ist.

    • Elena sagt

      Ich finde, die Liebesgeschichte ist echt super natürlich und harmonisch eingebaut. Nicht so nach dem üblichen YA-Motto: Sie sah ihn und konnte an nichts anderes mehr denken. Von so etwas habe ich auch echt die Schnauze voll.

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