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„The Life List“ von Lori Nelson Spielman

„The Life List“ von Lori Nelson Spielman stand hierzulande als „Morgen kommt ein neuer Himmel“ monatelang auf der Bestsellerliste und zählte zu den meistverkauften Büchern 2014 in Deutschland. Davon wusste ich allerdings nicht, als ich in der Buchhandlung nach einem interessanten Chick Lit stöberte und mich sowohl von Cover als auch Klappentext angesprochen fühlte. Jedenfalls kann ich dieses Buch nur empfehlen und veröffentliche deshalb die Rezension in diesem Blog erneut.

Mehr Informationen zum Buch
Autorin: Lori Nelson Spielman
Originaltitel: „The Life List“
Deutscher Titel: „Morgen kommt ein neuer Himmel“
Seitenzahl: 352 Seiten
Verlag: Arrow
Veröffentlichungsdatum: 1. August 2013

THINGS TO DO WHEN I GROW UP:
1. Have a baby
2. Fall in love
3. Perform live on a super-big stage

Brett Bohlinger seems to have it all: a plum job, a beautiful home and an irresistibly handsome boyfriend. All in all, a charmed life. That is, until her beloved mother passes away leaving behind a will with one big stipulation: In order to receive her inheritance, Brett must first complete the list of life goals she’d written when she was fourteen.

As Brett reluctantly embarks on a perplexing journey in search of her adolescent dreams, one thing becomes clear. Sometimes life’s sweetest gifts can be found in the most unexpected places.

Inhalt

Brett Bohlinger scheint mit einem traumhaften Job, einer wunderschönen Wohnung und einem gutaussehenden Freund alles zu haben. Doch dann stirbt ihre geliebte Mutter und hinterlässt ein Testament mit einer großen Bedingung: Um ihr Erbe zu erhalten, muss Brett ihre Liste von Lebenszielen abschließen, welche sie als Vierzehnjährige geschrieben hat. Kann Brett die Ziele, welche teilweise völlig unerreichbar oder überholt scheinen, in nur zwölf Monaten erreichen?

Brett begibt sich widerwillig daran, ihre jugendlichen Träume zu erfüllen, was ihr Leben völlig auf dem Kopf stellt. Unterstützt wird sie dabei von einem Anwalt, der ihr nach jedem Abschluss eines Ziels einen Brief von ihrer Mutter vorliest. Eine Sache wird allmählich klar: Manchmal können die schönsten Geschenke des Lebens in völlig unerwarteten Plätzen gefunden werden.

Meinung

Meistens läuft es ja so, dass man irgendwann doch wissen will, was alle an einem Buch so toll finden und es sich dann kauft. Bei mir war es dieses Mal andersherum. Erst nach dem Kauf ist mir aufgefallen, dass „The Life List“ schon vor einiger Zeit erschienen ist, unter dem Titel „Morgen kommt ein neuer Himmel“ ins Deutsche übersetzt wurde und 2014 der meistverkaufteste Roman in Deutschland war. Den unerwarteten Erfolg von „The Life List“ in Deutschland wurde sogar von einer Redakteurin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in einem Artikel kommentiert. Und ich dachte im Laden, ich hätte eine noch recht unbekannte Neuerscheinung aufgetan … So kann man sich irren!

Ich möchte an dieser Stelle übrigens festhalten, dass das deutsche Cover eine Abwandlung des britischen Originals ist, wobei mir die Ursprungsversion wesentlich besser gefällt: Schön farbenfroh statt vornehmer Blässe. Das passt auch besser zum trotz der Trauer gar nicht trüben Geschichte. Kein Wunder, dass ich mich von der deutschen Ausgabe nicht angesprochen gefühlt habe.

Doch kommen wir zum Buch selbst: Es ist vorhersehbar. Die Hindernisse beim Erfüllen der Lebensliste sind weitestgehend lachhaft. Brett Bohlinger scheint ihr ganzes bisheriges Leben in einer Blase gelebt zu haben, meilenweit entfernt von der Realität normaler Leute. Ihre Probleme bestehen vor allem aus ihrem viel zu geringen Selbstwertgefühl verbunden mit der Verleugnung ihrer Bedürfnisse. Brett ist als Heldin daher zwar nicht nervig anstrengend, aber rief bei mir nicht die größte Empathie hervor. Zum Glück wird das Buch aus der Ich-Perspektive von Brett erzählt, sonst würde es wohl mit der Sympathie überhaupt nicht funktionieren.

Tiefe, Innovation, Spannung, das alles sucht man in diesem Buch vergeblich. Warum mir das Buch dennoch gefallen hat? Es war angenehm zu lesen: Die enge Beziehung von Brett zu ihrer Mutter wirkte tröstlich. Das Verhältnis von Brett und ihrem Anwalt war stellenweise einfach goldig. Es gibt bis auf zwei, drei Personen überhaupt keine Bösewichte im Buch, dafür jede Menge sympathische Figuren mit leicht verzeihbaren Makeln. Überhaupt entspannte die Geschichte. Das Ende war fast wie erwartet. Auch wenn für mich eins, zwei Details fehlten um die Sache komplett rund zu machen. Insgesamt hat die Geschichte hervorragend als Feel-Good-Book funktioniert. Und mehr hatte ich mir auch nicht erwartet.

Empfehlung?

Ich kann dieses Buch jeder Person empfehlen, die einen leicht verdaulichen Chick Lit Roman sucht. Hier geht es vor allem um die getroffenen Entscheidungen der Protagonistin und dass es nie zu spät ist, den Kurs im Leben zu ändern. Denn Glück lässt sich nicht erzwingen oder kaufen, aber in den kleinen Dingen finden.

In einem Satz

Ein Feel-Good-Movie in Buchform, wunderbar zum Entspannen!

Diese Rezension wurde das erste Mal am 1. August 2015 veröffentlicht, der Beitrag ist eine für diesen Blog überarbeitete Fassung.

2 Kommentare

  1. Bei dem Buch hatte ich mir mal irgendwo (vermutlich von der Buch Wien) ein Leseprobenheftchen mitgenommen, aber da hatte ich den Eindruck, dass das Buch nicht meins wäre. Mir hat einfach die Sache mit der Liste nicht gefallen bzw. der Druck nicht, der dahintersteckt. Die meisten haben mit Mitte 30 nicht mehr dieselben Ziele und Wünsche im Leben wie mit 14 und das finde ich auch völlig in Ordnung – man entwickelt sich eben weiter. Ich weiß schon, dass es hier vermutlich darum geht, dass Brett ihn Wahrheit diese Wünsche noch hat und sie zugunsten „falscher“ Ziele negiert hat, aber diese Ausgangssituation war einfach nicht meins.

    Vermutlich habe ich das völlig überanalysiert und man müsste das Buch einfach genießen, ohne so vieles zu hinterfragen. 😉

    • Elena sagt

      Vielleicht kann ich deine Befürchtungen etwas entkräften. Einige der Wünsche hat Brett in der Tat noch so, lediglich verdrängt. Aber die meisten nicht. Zudem fällt die Umsetzung häufig doch etwas anders aus, als Brett und die Leser ursprünglich erwartet haben. Zum Beispiel beim Baby. Das war auch einer der Aspekte, die mir an den Buch so gut gefallen hat.

      Allerdings darf man Chick-Lit-Bücher imo sowieos nicht überanalysieren 😀

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