Feature, Unterwegs

Schottland: Dunrobin Castle

Es gibt viele tolle Burgen und Schlösser in Schottland, doch so wunderschön wie die ehemalige Residenz des Duke of Sutherlands sind nur wenige. Dazu kommt die traumhafte Lage der von den Gärten in Versailles inspirierten Garten direkt am Meer. Auf halbem Weg zwischen Inverness und Thurso ist dies ein idealer Zwischenstopp auf dem Weg zu den Orkneyinseln.

Wie es sich für ein herrschaftliches Anwesen gehört, verfügt auch Dunrobin Castle über eine Zufahrt mit Tor und Allee, so dass sich der Blick auf das Schloss erst auf dem Parkplatz unmittelbar davor öffnet. Vom Parkplatz sind unter anderem der Eingangsbereich und der „Uhrturm“ zu sehen. Hier hätte ich wirklich eine Kamera mit Weitwinkel benötigt, um den Blick angemessen einzufangen.

Stattdessen seht Ihr oben den Blick vom Garten aus. Die Fassade ist wunderschön hell und die Türme wirken herrlich elegant! Hier seht Ihr Dunrobin Castle noch einmal von der Seite, ebenfalls im Garten aufgenommen.

Bei der Schlossbesichtigung gab es zwar sehr schöne Räumlichkeiten zu besichtigen, auch solche, die in den meisten anderen Burgen und Schlössern nicht zu sehen sind. Aber leider gab es relativ wenig Informationen und zudem ein Fotografierverbot. Die nachfolgenden Informationen habe ich mir deshalb größtenteils an anderen Stellen der Reise erschlossen:

Der zweite Herzog von Sutherland war einer der reichsten Männer seiner Zeit und konnte sich deshalb kostspielige Umbauten und die Neuanlage des Gartens durch einen damaligen Stararchitekten leisten. Doch woher stammte dieser Reichtum?

Besonders Earl Gower, der Vater des zweiten Herzogs und später erster Herzog von Sutherland, betrieb die Räumung der Highlands, die sogenannten Highland Clearances. Das bedeutete die Vertreibung von Tausenden von Schotten aus ihrer Heimat und damit einhergehend der Kultur der Highland-Clans. In den nun mehr entvölkerten Gebieten konnte nun im großen Umfang Schafszucht betrieben werden, zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein sehr lohnendes Geschäft.

Die Auswirkungen sind bis heute spürbar: In der Grafschaft Sutherland leben heute nur um die 13.000 Personen, obwohl sie sehr große Teile des Nordens von Schottland einnimmt. Mit etwa 2,5 Einw/km² ist sie eine der dünnbesiedelsten Regionen Europas.

Doch nun zurück zur Besichtigung: Aus meiner Sicht ist das wahre Highlight – neben der Schlossfassade – der wunderschöne Garten, welcher beinahe direkt ans Meer grenzt. Der Architekt Charles Barry, welcher unter anderem auch den Palace of Westminster mit seinem weltberühmten Glockenturm entwarf, ließ sich für den Garten von den Anlagen in Versailles inspirieren. Es ist zwar schon eine Weile her, dass ich diese besucht habe, aber die Ähnlichkeit ist unverkennbar.

Da ich den Garten so wunderschön fand, habe ich die verschiedenen Wege ausprobiert und mich über die abwechslungsreiche Gestaltung gefreut. Natürlich durfte ein Abstecher ins Museum nicht fehlen, den ehemaligen Sommerhaus. Dieser hat mich aber ziemlich enttäuscht, denn die Ausstellung wirkte wie ein einziges Sammelsurium von zugegebenermaßen teilweise recht exotischen Gegenständen. Darunter auch ausgestopfte Tiere, von denen ich kein großer Fan bin. Daher könnt Ihr es meiner Meinung nach auch auslassen und lieber mehr Zeit im Garten verbringen.

Leider war es 2016 noch so, dass im September an Sonntagen nicht die Falken gezeigt wurden. Mittlerweile bietet die Falknerei täglich Shows an und ich habe schon letztes Jahr sehr häufig gelesen, dass diese ein wirklich tolles Erlebnis sind. Daher würde ich Euch empfehlen, sie Euch nicht entgehen zu lassen, wenn es zeitlich passt! Die Zeiten wie auch weitere Informationen findet Ihr auf der Homepage des Schlosses.

Homepage von Dunrobin Castle

Übrigens folgte ich ab diesem Reisetag der bereits heute schon legendären North Coast 500, welche zu den weltweit besten Küstenstrecken gewählt wurde und die mit vielen szenischen Ausblicken aufwarten kann. Dazu an anderer Stelle mehr, denn ich finde diese Route wirklich fantastisch.

Du willst mehr über Schottland und seine Sehenswürdigkeiten erfahren? Hier geht es zu weiteren Reiseberichten zu Schottland. Du interessierst dich generell für meine Erlebnisberichte, dann schau doch mal in der Kategorie „Unterwegs“ vorbei.

8 Kommentare

  1. Das Gebäude ist fast schon zu hübsch, ich mag es mehr, wenn sie etwas zusammengewürfelter aussehen.

    Dafür ist so ein Garten direkt am Meer wirklich wunderschön. Diese Aussicht auf diese klaren geometrischen Formen und dahinter die See – sehr toll!

    • Elena sagt

      Von hinten (oder eigentlich eher vorne) sieht es wesentlich zusammengewürfelter aus. Das ist auch nicht alles gleichzeitig gebaut worden 🙂

      Wenn nicht so viele Leute durch den Garten gewuselt wären, hätte ich da auch noch paar Bilder mehr von gemacht. Aber war auf jedem Fall ein Highlight!

  2. Ich liebe Schlösser ja und habe da einen Faible für. Finde es faszinierend, wie damals gebaut wurde und mag gerade das verspielte, romantische, daran. Auch dieses Schloss gefällt mir super, generell träume ich von einer England, Schottland und Irland Reise, wo ich mir Schlösser anschaue. Da gibt es ja so viele tolle, die ich unbedingt mal sehen möchte.

    • Elena sagt

      Ja, grad in Großbritannien und Irland gibt es echt viele tolle Schlösser. ich bin sicher, dir wird auch der Bericht zum Eilean Donan Castle gefallen. Dauert aber noch ein bisschen, bis der kommt.

      • Auf den Bericht bin ich schon sehr gespannt <3. Warst du denn schon in England oder Irland? Ich kenne ja bisher all die tollen Schlösser nur durch Dokumentationen, Serien, Filme oder Bücher. In England würden mich vor allem die Tudor Schlösser interessieren, weil ich mich für die Epoche besonders interessiere.

        Danke auch für dein liebes Kommentar zu den Serien Neustarts:
        Ach was, du bist doch nicht überkritisch, man sollte alles hinterfragen. Finde ich gut ;). Ich habe ja das Buch noch nicht gelesen, also kann da nun jetzt keine allzu tiefe Einblicke geben, aber die Zweite Frage kann ich dir beantworten: sie sollen den Nachwuchs der Elite gewährleisten ,da geht es also nicht um den Sex an sich, sondern darum, dass sie ihnen Kinder gebären, weil das die eigenen Frauen nicht mehr können und so soll dann die Elite fortbestehen.

        Und der Tod ist soweit ich das verstanden habe, nur eine der Strafen, falls man sich nicht an das neue System hält. Wann das dann der Fall ist, weiß ich aber nicht, weil ich ja das Buch nicht gelesen habe und in die Serie noch nicht reinschauen konnte. Hoffe da ja auf einen baldigen Start in Deutschland. Das Buch habe ich mir nun auf meine Wunschliste gesetzt und möchte es bald lesen.

        Ps: Dein zweites Kommentar beantworte ich in den kommenden Tagen ;).

        • Elena sagt

          Ja, ich war schon in England UND Irland 🙂 England ist aber wirklich schon eine ganze Weile her und das war auch nur London. Damals habe ich mir unter anderem den Buckingham Palace von innen angeschaut, neben den ganzen anderen typischen Touri-Attraktionen.

          Irland ist zwar noch nicht so lange her, aber ich war nur einen Tag in Dublin. Hätte mich aber am Liebsten sofort für das Trinity College eingeschrieben und hätte mein Studium einen Austausch nach dort angeboten, wäre ich auf jedem Fall dahin gegangen.

          Tja, wäre der Brexit nicht, so würde ich ja sagen, dass ich auf jedem Fall bald nach Studienende auch längere Touren durch die Lowlands und durch England plane. So heißt es abwarten, was dabei herauskommt. Aber Irland wird ja auf jedem Fall weiter zur EU gehören und bietet auch reichlich 🙂

          PS: Ich abonniere normalerweise immer die Kommentare zu den Beiträgen, wo ich geschrieben habe. Daher kein Stress, ich kann auch paar Tage warten und bekomme Antworten normalerweise immer mit 🙂

          • Oh da bin ich aber neidisch <3. London steht ja ganz oben auf meiner Reisewunschliste. Habe sogar den gesamten Trip schon durchgeplant, vielleicht will ihn deshalb keiner mit mir machen :D. Und der Typ fürs alleine reise bin ich privat einfach nicht.

            Das kann ich aber verstehen. Ich hätte ja auch gerne ein Austausch Jahr während meines Studiums gemacht. Mein Traum war aber auch England, weil ich als Fremdsprache auch nur Englisch spreche, aber das war bei uns auch nicht mit dabei. Schade. Die haben da ja auch so tolle Unis. Wobei das ja generell in der Gegend der Fall ist.

            Stimmt Irland bietet auch viel, wobei ich mich jetzt nicht vom Brexit abhalten lassen möchte, um mir England anzuschauen. Denke mal, dass man da gute Regelungen treffen wird.

            Und Dankeschön für dein liebes Kommentar zur Rezension von "Die Bestimmung" ;).
            Ja Teil 2 hat mir leider auch nicht zugesagt gehabt. Fürs Finale hatte ich dann aber doch etwas Hoffnung, dass das wieder besser wird. Übrigens habe ich den letzten Band auch nur als Mängelexemplar gekauft, sonst hätte ich ihn wohl bis jetzt noch nicht gelesen. Aber so konnte ich mir dann doch ein Bild machen und mal schauen, ob mir der Abschluss gefällt.

            Wobei der zweite Teil in meinen Augen echt der Beste war, wesentlich besser als das Buch, was aber auch nicht schwer ist. Das mit der Teilung hatte ich sogar erst kurz vor Kino Start gelesen und war da auch sehr überrascht drüber, weil das Buch ja nicht unbedingt viel mehr Seiten besitzt.

            Die Iron Feys Reihe kenne ich jetzt gar nicht. Um was geht es denn da? Aber ich hätte da auch einige andere Reihen im Kopf, bei denen ich mir eine Verfilmung auch eher gewünscht hätte.

          • Elena sagt

            Als Typ für Alleinreisen hätte ich mich auch nie bezeichnet. Aber kein Urlaub ist für mich aber auch keine Alternative 🙂

            Ja, die Angebote im englischsprachigen Raum waren bei uns generell eher mau. Vermutlich, weil Studierende aus allen möglichen Ländern gern im englischsprachigen Raum studieren möchten, da können die sich ihre Partnerhochschulen natürlich aussuchen.

            Was den Brexit angeht, muss man halt sehen, was dabei rauskommt. Irgendwann können wir bestimmt wieder problemlos nach Großbritannien reisen. Aber ich würde mich nicht darauf verlassen, dass May es schafft, vor Ablauf der Verhandlungsfrist eine Vereinbarung zu treffen. Personenfreizügigkeit ist schließlich das Thema überhaupt, was sie um jeden Preis abschaffen will. Daher halte ich Visumzwang für möglich. Macht Reisen dahin nicht unmöglich, aber umständlicher.

Kommentare sind geschlossen.